Am 12. Juni 2026, wenige Wochen vor seinem 86. Geburtstag, ist Professor Dr. Wolfgang Jacobmeyer, langjähriger Vorstandsvorsitzender (2006–2019) unseres Vereins, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
Der Studienstiftung war er seit seinem Studium in Hamburg, Göttingen und Oxford verbunden. Von 1962 bis 1968 wurde er als Stipendiat gefördert.
Sein akademischer Weg als Historiker – Zeithistoriker, Bildungshistoriker und Geschichtsdidaktiker – begann 1971 am Institut für Zeitgeschichte in München. Promoviert hatte er in Bochum mit einer Arbeit zu den Anfängen der polnischen Untergrundbewegung im Zweiten Weltkrieg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten in den Münchner Jahren gehörte die große Quellenedition zum Diensttagebuch Hans Franks, des berüchtigten deutschen Generalgouverneurs in Polen, gleichzeitig begann er mit den Recherchen zu seiner Habilitationsschrift über „Displaced Persons in Westdeutschland 1945-1951“. 1978 wurde er in Braunschweig Stellvertretender Direktor des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung, 1991 folgte seine Berufung auf den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte und für Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, den er bis zu seiner Emeritierung innehatte.
„Vivant sequentes – es lebe der Nachwuchs!“ – so wird Wolfgang Jacobmeyer in dem Nachruf seiner Alma Mater zitiert. Darin wird ein differenziertes Portrait des akademischen Lehrers gezeichnet, dessen lebenslang zentrales Anliegen die Förderung begabter junger Menschen gewesen ist. Dem 1980 gegründeten Freunde-Verein der Studienstiftung trat Wolfgang Jacobmeyer kurz nach dessen Gründung bei, im Jahr 2000 wurde er Vorstandsmitglied, 2006 übernahm er den Vorsitz. Mit Enthusiasmus und hohem persönlichem Einsatz führte er den Verein durch eine Zeit des Wandels. Die inhaltliche Profilierung des Vereins und die Klärung seines Verhältnisses zur Studienstiftung – nicht zuletzt nach der Gründung des zweiten, anders ausgerichteten und strukturierten Alumni-Vereins – verlangten Weitsicht und Beharrlichkeit im Interesse des gemeinsamen Ziels der Förderung der Studienstiftung. In der Schriftenreihe unseres Vereins hat Wolfgang Jacobmeyer anschaulich und mit der Gründlichkeit des Historikers die Anfänge und die Entwicklung des Freunde-Vereins nachgezeichnet: „Freunde und Förderer der Studienstiftung 1980–2017 – Wer wir sind, was wir tun“ (2. Auflage 2017) – Rückblick und Zusammenfassung der Vereinsgeschichte.
Wolfgang Jacobmeyer war ein zugewandter, aufgeschlossener Mensch, der vielen Kollegen, Mitarbeitern und Schülern zum Freund und Vorbild wurde. Klarheit und Stil prägten seine Wortwahl, er formulierte ohne Floskeln und stets mit Humor.
Zum Abschied aus dem Vorstand des Freunde-Vereins zeichnete die Studienstiftung Wolfgang Jacobmeyer mit der Daidalos-Medaille aus, die sie Persönlichkeiten verleiht, die sich in besonderem Maße um die Studienstiftung verdient gemacht haben. Sie wurde von Präsident Reinhard Zimmermann und Generalsekretärin Annette Julius überreicht.
Im April dieses Jahres feierten Wolfgang Jacobmeyer und seine Frau Jutta gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und den Enkelsöhnen ihre Diamantene Hochzeit. Lebenslang begleitete ihn die Musik. Er war passionierter Bratscher und Kammermusiker; er liebte seine Instrumente und kannte alle verborgenen Geheimnisse der Bratschenbögen.
Wolfgang Jacobmeyer hat unseren Verein nachhaltig geprägt und ihm wichtige Impulse für seine Entwicklung gegeben. Wir sind ihm in Dankbarkeit verbunden und werden sein Andenken in Ehren halten.
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